Sonntag, 9. November 2008

Lämpimämpi

Ich hab ein neues Lieblingswort: lämpimämpi. Und natürlich verrat ich euch nicht, was es heißt, sondern lass euch erstmal ein paar Tage raten (Menschen, die es wissen, dürfen nicht mitmachen!!!) Einen kleinen Tipp gibts von mir: Es handelt sich um den Komparativ eines Adjektives.

Die Zeit vergeht schnell hier - und ich bin schon ne Woche wieder zurück von meiner Reise nach Helsinki. Die Bezeichnung "Perle der Ostsee" ist nicht übertrieben, verglichen mit anderen finnischen Städten etwas ganz anderes und ein bisschen weltstädtischer. Ich hab Dinge entdeckt, die mich an Paris erinnert haben, an Prag, aber auch an Berlin und an Fotos von St. Petersburg.
Der Blick auf das finnische Nationalmuseum


Der Blick von der Toilette mit der wohl besten Aussicht überhaupt

Der eigentliche Zweck meiner Tour in die Hauptstadt war das "Mid-Term-Evaluation"-Training des EFDs. Zwei Freiwillige, die in etwa in der Mitte ihrer Zeit in Finnland stehen und zwei Trainer. Ein top Betreuungsverhältnis. Das Training war auch der Grund, warum wir auf EU-Kosten im Hotel nächtigen, frühstücken und zu Abend essen durften. Getoastetes Toast und Bacon auf dem Frühstücksbuffett (lang nicht mehr gehabt!), Lachs, Forelle und Rentier am Abend. So lässt sichs leben. Einige Diskussionseinheiten des Seminars haben wir kurzerhand nach draußen auf einen Spaziergang durch die Stadt verlegt und auch sonst eine gute Zeit gehabt und schöne Ecken von Helsinki kennengelernt, die man einfach nur durch Menschen, die in Helsinki wohnen mitbekommt.
Was man in Helsinki nicht verpassen darf: Die Toilette auf dem Torni im 14.Stock (in der deutschen Zählweise ist es allerdings der 13. Stock, weil wir ja erst im ersten Stock mit der eins anfangen zu zählen und nicht schon im Erdgeschoss wie die Finnen). Normalerweise erwartet man ja Milchglasscheiben, hier allerdings hat man einen atemberaubenden Überblick über die Stadt, den Hafen und das Meer. Es kann auch keiner reinschauen, weil der Torni das einzige hohe Gebäude in der Stadtmitte ist - nur kann man dafür den Ausblick genießen. So lange bis es dezent klopft - was aber nur ein anderer Tourist fertigbringen kann, Finnen würden einen niemals stören!
Freitag dann ein Intensiv-Sprachkurs, bei dem wir sogar während des Mittagessens finnisch geredet haben. Aber manchmal ist es eben doch besser, wenn man mit vollem Mund schweigt ;) Ich habe gemerkt, dass ich mich gut in der Sprache zurechtfinde, aber dass das Wiedererkennen von Wörtern fällt mir doch einfacher als das aktive Formulieren.
Anschließend sind wir mit dem Bus zum finnsichen Pre-Departure-Training in Sopukka gefahren, um uns mit den zukünftigen finnischen EFD'lern zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen, mit ihnen zu essen, Karaoke (Suomipop!) zu veranstalten und in die Sauna zu gehen (was sonst, könnte man sich fragen, sind das doch offensichtlich drei der liebsten Freizeitbeschäftigungen von Finnen). Außerdem haben wir gelernt, dass man sich aus Backpulver und Wasser ein einzigartiges Shampoo zaubern kann, das - hat sich das Haar erst einmal während sechswöchiger Anwendung und diversen Kopfhautreaktionen daran gewöhnt - wirklich günstig und natürlich ist und vor allem gut zu "extra thin nordic hair" ist.
Lustig fand ich den einzigen männlichen zukünftigen EFD'ler, der demnächst für ne Zeit nach Frankreich geht. Auf die Frage, ob er denn Franzöisch könne, sagte er nur "Kein Wort" und interessehalber wollte ich natürlich auch wissen, wo in Frankreich er denn wohnen wird: "Ich weiß nicht wie der Ort heißt, aber es ist irgendwo in der Nähe von Bordeaux" (wohlgemerkt: Bordeaux sprach er so aus, wie man es schreibt!)
Der Samstag galt einer Halloween-Party von ganz vielen anderen EFD'lern, die ich vom On-arrival-Training kenne und wir endeten in einer interessanten Kneipe in Kallio, dem In-Viertel Helsinkis, was das Nachtleben angeht. Aus dem für Sonntag geplanten Besuch im Olympiastadion wurde leider nichts - aber das wird definitiv nachgeholt. Nächste Reise nach Helsinki: 5.-7. Dezember zum großen skandinavischen Couchsurfer-Meeting.

1 Kommentare:

Kathi hat gesagt…

Hier rät ja noch gar keiner. Dann mach ich mal den Anfang:

Wie wäre es mit "heller"?

Wobe ich "kaputte Glühbirne" auch toll fände, aber das ist nunmal kein Komparativ.